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Autor des Artikels

Reinhard Bohse

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07.05.2017 / Reinhard Bohse

Grundsätze für guten Journa­lis­mus - die NZZ macht es vor.

Die Neue Züricher Zeitung bietet der Medienkritik und der Frage nach journalistischer Qualität von jeher viel Raum. Nach meinem Eindruck trifft das auch auf andere Schweizer Medien zu (Beispiel Tages-Anzeiger). Anders als deutsche Medien formuliert die NZZ eigene Ansprüche. Sie überhöht sich nicht als zur „Vierten Gewalt“ zugehörig, sondern schreibt über ein Angebot, das stets und immer wieder aufs Neue für ein zahlendes Publikum verbessert werden muss. In Deutschland bleibt die Debatte über journalistische Qualität bisher – von Ausnahmen abgesehen (Beispiel Main-Post)  – Fachmedien und den digitalen Stammtischen vorbehalten. Ein schlechtes Beispiel bietet der DLF mit seinem neuen Format Danke für ihre Meinung am Freitagnachmittag. Da „dürfen“ sich die Hörer mal richtig „austoben“. Journalistische Positionen werden tunlichst (ängstlich? gönnerhaft?) vermieden. Das ist kein Dialog. Der NZZ-Chefredakteur hingegen äußert sich aktuell unter der Überschrift „Über Wahrheit und andere Lügen“ und kämpft selbstverständlich um seine Sicht. Hier (in knappen Zitaten) seine zehn Grundsätze für guten Journalismus:

1. „Bei Qualitätsmedien erfolgt die Auswahl der Information nicht durch Algorithmen, sondern durch Menschen […]. Und menschliche Urteilskraft hat ihren Preis.“ 

2. „Die NZZ setzt nicht auf Reichweite, sondern auf registrierte und zahlende Leser.“ 

3. „Wir nehmen uns die Zeit, einen Sachverhalt zu überprüfen und einzuordnen.“ 

4. Die NZZ will„durch Differenzierung einen Beitrag dazu leisten, dass Leserinnen und Leser einen Sachverhalt beurteilen können.“ 

5. „[…] eine politische Haltung ordnet zugleich den digitalen Nachrichten-Überfluss und macht so Verständnis erst möglich.“ 

6. „Glaubwürdigkeit beruht auf professionellen Standards, auf der Sorgfalt der Recherche und der Qualität der Berichte.“

7. „Relevant erscheint uns, was zum Verständnis der Welt beiträgt und uns hilft, uns als Staatsbürger im Gemeinwesen zurechtzufinden.“

8. „Das Internet ist masslos. Umso wichtiger ist, dass Journalisten den Mut zur Mässigung besitzen und nicht jeden Unsinn mitmachen.“ 

9. „Das Internet befördert zwei Kommunikationsformen: zum einen Denkverbote und Denkgebote im Sinne von Political Correctness und auf der anderen Seite eine Kultur der Provokation. Beides macht Diskussionen unmöglich. Sich gegen beides zu wehren, bedeutet digitale Zivilcourage.“ 

10. „Der NZZ ist fremd, was Moralpolizisten und Wutbürger eint: der Glaube, die einzig selig machende Wahrheit zu kennen.“

Bildnachweis: pixabay.