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Autorin des Artikels

Babette Müller

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28.06.2017 / Babette Müller

Jugend und Politik: Eine Bezie­hung voller Miss­verständnisse

Die Jugend von heute interessiert sich für nichts, beschäftigt sich sowieso nur mit dem Handy und der Playstation und lässt jegliches Interesse an den großen Fragen unserer Zeit vermissen. So lauten zumindest die Vorwürfe und Vorurteile der älteren Generation.  

Umso interessanter waren daher die Ergebnisse der Shell-Jugendstudie aus dem Jahr 2015. Diese erhebt regelmäßig die Sichtweisen, Stimmungen und Erwartungen der Jugendlichen in Deutschland und ermittelte, dass sich 41 Prozent der befragten Jugendlichen als politisch interessiert bezeichneten. Laut den Autoren der Studie steht dieses Ergebnis für eine signifikante Trendwende, zeichneten sich doch die Vorgänger, die Jugendlichen der „Generation Y“, vor allem durch politisches Desinteresse und fehlendes Engagement aus. Schnell wurden Hoffnungen auf eine neue, engagierte Generation geweckt, quasi die Wiedergeburt der politischen, gar rebellischen Jugend prophezeit.

Wird aus der „Generation Z“ eine neue 68er-Bewegung?

Auf den zweiten Blick zeichnen die Ergebnisse der Shell-Studie jedoch ein weniger rosiges Bild vom Verhältnis der deutschen Jugend zur Politik. Sie boykottieren zwar Konsumgüter aufgrund politischer Konflikte, demonstrieren für soziale Gerechtigkeit und unterzeichnen Petitionen im Netz, die Politikverdrossenheit bleibt aber vor allem mit Blick auf die etablierten politischen Parteien und das politische System hoch.

Unterstützt wird dieser Befund durch Zahlen, die im Rahmen einer Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung erhoben wurden. In Anlehnung an die Ergebnisse der Shell-Studie beschäftigte sich die Stiftung mit der Frage, ob sich das gestiegene politische Interesse auch in Form von politischem Engagement wiederfindet und welche Formen dabei von den Jugendlichen bevorzugt werden. In der repräsentativen Befragung von Jugendlichen zwischen 14 und 29 Jahren spiegelt sich jedoch besonders die Verdrossenheit in Hinblick auf das etablierte politische System: Nur 3 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, Mitglied in einer Partei zu sein. Gründe für diesen geringen Wert sind ein zunehmendes Vertrauensdefizit gegenüber Parteien und deren fehlende Attraktivität auf jugendliche Zielgruppen. Zudem wird Politik, so wie sie durch die Arbeit der politischen Parteien geprägt wird, als starr, intransparent und ohne wirkliche Chance zur Beteiligung wahrgenommen. Besonders großen Zuspruch durch Jugendliche erhalten jedoch Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen, die Jugendlichen glaubhaft die Chance auf Mitbestimmung und politischen Einfluss vermitteln können und den etablierten Parteien so zunehmend den Rang ablaufen. 

Generell ist das politische Engagement abseits der Mitgliedschaft in einer Partei jedoch geringer als man erwarten würde: Obwohl sich 45 Prozent der Befragten eine Beteiligung an politischen Projekten vorstellen könnten, setzten dies nur 27 Prozent der Jugendlichen in die Tat um. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben Faktoren wie dem Alter, dem Geschlecht und dem Bildungsgrad spielen auch die Unwissenheit der Jugendlichen über den politischen Prozess, Unlust und das beständig schwindende Vertrauen in die politischen Parteien und in das politische System eine große Rolle für die geringe politische Beteiligung.  Mit der Wahrnehmung fehlender Mitwirkungsmöglichkeiten verlieren Parteien und das politische System als Ganzes zunehmend an Relevanz für Jugendliche und politisches Engagement verlagert sich auf andere Akteure und Räume.

Was bleibt?

Die Jugend interessiert sich zwar, hat aber nur wenig Antrieb sich auch politisch zu engagieren und Entscheidungen selbst in die Hand zu nehmen. Bleibt also doch alles beim Alten? Nicht ganz. Die Jugend interessiert sich wieder mehr für Politik. Das lässt sich klar aus den Ergebnissen der Studien ableiten. Dieses neue Interesse entfaltet ein politisches Potential, das nun genutzt werden muss. Das Verständnis von politischer Teilhabe und die Formen des Engagements haben sich jedoch verändert: Politische Aktivitäten finden individueller statt, im Privaten und im Netz und Nichtregierungsorganisationen werden den Parteien vorgezogen. Es liegt daher vor allem an den Parteien selbst der Jugend glaubhaft zu vermitteln, dass sich das Engagement in den etablierten Parteien lohnt und somit das neu gewonnene Potential zu nutzen. Vielleicht kann aus der „Generation Z“ dann wirklich eine neue politische Generation werden.

Die Ergebnisse der Shell-Jugendstudie von 2015 erhalten sie hier.

Die zentralen Ergebnisse der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftungen sind hier einzusehen.

NeulandQuartier unterstützt Unternehmen, Organisationen und Verbände bei ihrer Politischen Kommunikation. Um ihnen Gehör an den zentralen Schnittstellen des politischen Entscheidungsprozesses zu verschaffen kombinieren wir Beratungskompetenz auf höchstem Niveau, Sensibilität und fundierte Fachkenntnis.

Bildquelle: pixabay.