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Autorin des Artikels

Viola Heth

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31.01.2017 / Viola Heth

Partizipation auf allen Ebenen – der Bürger von heute will gehört werden

Sei es der Bau von Windenergieparks, Gaspipelines, Kraftwerken, Autobahnen, Schienenstrecken oder die Quartiersentwicklung – der Ruf nach Beteiligung ist lautstark. Medial lassen sich besonders einschlägige Beispiele – Stuttgart 21, der Bau der neuen Nord-Süd-Stromtrassen oder das Tempelhofer Feld – verfolgen. 

Der Bürger von heute will gehört werden

Betreffen geplante Infrastrukturprojekte den gewohnten persönlichen Lebensraum, wird der Staatsbürger des 21. Jahrhunderts hellhörig. Er will mitreden. Er will seine direkte Umgebung mitgestalten. Und dafür greift er auf alle demokratisch legitimierten Mittel zurück. Neu ist dieses Bedürfnis nicht, unterliegt aber doch einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel: Online-Medien vernetzen die modernen Bürger und verleihen ihnen eine hohe soziale Reaktionsfähigkeit. Die journalistischen Medien verlieren zunehmend ihre klassische Funktion als Meinungsbildner und Gatekeeper, Informationen werden stattdessen von Algorithmen vorselektiert, „Filterblasen“ entstehen. Politiker und Parteien geben ihre meinungsbildende Rolle mehr und mehr zugunsten mehrheitsfähigem Stimmenfang auf. Die zunehmend komplexer werdende Welt gepaart mit ständiger Informationsflut, die sich nicht mehr befriedigend einordnen lässt, verunsichert viele Menschen. Verheißungsvolle Werbung und Politkampagnen lassen das Vertrauen in Autoritäten schwinden. Der eigene Nutzen steht für die moderne, individuell geprägte Gesellschaft zulasten des Gemeinwohls im Vordergrund. Für Bürger eines liberalen Systems kommt es nicht nur auf Recht und Gesetz für alle an, sondern auch auf eine Beteiligung an wichtigen Entscheidungen. 

Nicht nur darüber reden, sondern Partizipation ermöglichen

Auch wenn die einzelnen Faktoren unterschiedlich ausgeprägt sein mögen, weisen sie doch auf einen klaren Trend hin. Gehör findet dieser zwar seit geraumer Zeit in der öffentlichen Kommunikation. In vielen Fällen werden die Möglichkeiten aber nicht richtig ausgeschöpft. Auf welche Formen der Beteiligung lässt sich also zurückgreifen?

Die erste und schwächste Stufe der Beteiligung ist die Information: Die Bürger werden über die Pläne in Kenntnis gesetzt. Eine solche Bekanntmachung ist gängige Praxis und teilweise auch gesetzlich vorgeschrieben. Wer sich nur auf diese eindimensionale „One-to-many“ Kommunikation beschränkt, wird rasch merken, dass sie den strukturellen gesellschaftlichen Wandel verfehlt. Mit einer reinen Information über vollendete Tatsachen fühlt sich der selbstbewusste Staatsbürger von heute schnell vor den Kopf gestoßen.

In einer Demokratie des 21. Jahrhunderts ist der Anspruch ein anderer: Ihre Sorgen und Anliegen wollen die Bürger gehört und ernst genommen wissen. Der „Homo participatus“ fordert mindestens noch einen weiteren Schritt ein – den echten Dialog. Vor dieser zweiten Beteiligungsstufe, der Konsultation, schrecken viele Unternehmen und Behörden häufig noch zurück. Zu groß ist die Angst, schlafende Hunde zu wecken oder die schwer kalkulierbare Durchführung nicht meistern zu können. Wenngleich nicht ganz unberechtigt, bleibt die Frage bestehen, ob reaktives Handeln wirklich besser ist als (pro)aktives Eingehen auf mögliche Bedenken oder Einwände. Eine realistische Sicht auf die Vielschichtigkeit einer „One-to-many-and-many-to-one“ Kommunikation ist gut und gesund, sollte aber nicht zwangsläufig zu der Minimalvariante der Information führen. Vielmehr ist es in vielen Fällen sinnvoll, die dritte und höchste Stufe der Beteiligung zu erklimmen: die Kooperation. Mit der Partizipation an Entscheidungen geht eine sehr intensive Form der Bürgerbeteiligung einher. Wenn sich das Projekt grundsätzlich dafür eignet, der Beteiligungsprozess gut durchdacht, transparent geführt und sicher umgesetzt wird, zahlt sich der erhöhte Aufwand letztlich aus. Klare Regeln herauszustellen, ist dabei ebenso essentiell wie die Punkte, die realistischerweise überhaupt zur Diskussion stehen. Eine schlechte Vorbereitung schadet dem Projekt genauso wie Scheindialoge ohne echte Bereitschaft zu Veränderung. Ist das Vertrauen einmal verspielt, holt man es so schnell nicht wieder zurück – der Homo participatus lässt sich nicht austricksen. 

Der Anspruch weitet sich auf andere Gesellschaftsebenen aus

Die gewachsene Anspruchshaltung des modernen Staatsbürgers macht nicht an Infrastrukturprojekten Halt. Sie weitet sich zunehmend auf verschiedene gesellschaftliche Sphären aus: Veränderungen auf der persönlich-beruflichen Ebene, etwa ein Geschäftsführerwechsel oder eine interne Neustrukturierung im Unternehmen, rufen nicht selten Verunsicherung und Ängste auf Seiten der Mitarbeiter hervor. Werden diese gar nicht oder nur unzureichend kommuniziert, folgen Unmut, Verärgerung oder auch massiver Widerstand. Dem lässt sich durch frühzeitiges, offenes Kommunizieren gepaart mit differenzierten Beteiligungsformen effektiv vorbeugen. Wie sich die eigenen Mitarbeiter in der Praxis als Experten in den Veränderungsprozess einbeziehen lassen, führt Jessica Schott an dieser Stelle aus. In jedem Fall gilt: Das Thema Beteiligung hat die öffentliche wie auch persönliche Sphäre längst erreicht, vielmehr noch – sie bestimmt sie. Wer heutzutage auf sorgfältig konzipierte Beteiligungsverfahren verzichtet, läuft Gefahr, aufkommende Probleme nicht mehr zielführend händeln zu können. Denn: Weniger ist nicht in allen Fällen mehr. 

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