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Autorin des Artikels
Babette Müller

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Social Influencer in der Politik
07.05.2018 / Babette Müller

Social Influencer: Poli­tik in Zeiten von Instagram & Co.

Sie verkaufen Lippenstifte, erklären uns ihren hippen Lebensstil und lassen uns via Instagram an ihren Reisen in entfernte Ländern teilhaben – inklusive Neidfaktor. Die Rede ist von Influencern, jenen Internet-Prominenten, die über Youtube, Facebook und Instagram aus ihrem Leben erzählen und so Millionen junger Menschen erreichen. Aufgrund ihrer Nähe zum Publikum werden sie nicht selten zu Vorbildern und Ankerpunkten der jungen Konsumenten, die ihnen in vielen Belangen nacheifern. Erkannt hat das bisher besonders die Werbebranche: Durch Kooperationen und Werbegeschenke lieferten die Influencer beständig Einfluss und Reichweite für die beworbenen Marken und Produkte in der jungen Zielgruppe. Doch kann das, was für Beautyprodukte und Mode funktioniert, auch auf Politik übertragen werden?

Lippenstifte, Mode – Politik?

Influencer und Politik – das muss kein Widerspruch sein. Immerhin treten Influencer als Vermittler zwischen ihrem Publikum und den Unternehmen auf, die sie repräsentieren. Diese Beziehung lässt sich auch auf das Verhältnis mit der Politik übertragen. Influencer treten als Mittler zwischen Jugend und Politik auf und haben so die Chance politische Inhalte für ihr Zielpublikum aufbereitet zu verbreiten und gesellschaftliche Probleme ansprechen zu können. Dank ihrer enormen Reichweite registrieren dies dann Millionen von Menschen.

Beispiele dafür zeigten sich besonders im Vorfeld der Wahl zum Deutschen Bundestag. Inhaltlich dominierte dabei die Mobilisierung junger Menschen zum Gang ins Wahllokal. Unter dem Hashtag  #erstewahl2017 zeigten verschiedene Youtuber was es bedeutet wichtige Entscheidungen anderen zu überlassen und mobilisierten ihre Abonnenten wählen zu gehen. In einer anderen Kampagne arbeiteten die größten deutschen Frauenmagazine mit den bekanntesten deutschen Influencerinnen zusammen, um Frauen zu ermutigen, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Unter dem Hashtag #Gerwomany vereinten sich Influencerinnen auf Instagram, um auf den immer noch geringeren Anteil wählender Frauen aufmerksam zu machen und die eigene Gefolgschaft zur Wahl aufzurufen.

Interviews mit den Spitzenkandidaten der Parteien wurden zwar stark kritisiert, schafften aber vor allem eins: Reichweite für politische Inhalte bei einer Zielgruppe, die sich sonst nur mäßig für den Wahlkampf begeistern kann. Dass sich YouTube auch eignet, um politische Bildung voranzutreiben zeigt der Youtuber MrTrashpack: In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung widmete er sich in mehreren Videos der Aufklärung über Fake News und gibt seinen Abonnenten Tipps, um diese im Alltag zu erkennen. Dieses Beispiel zeigt, dass politische Bildung auch durch Influencer stattfinden kann, besonders zeigt es aber, dass nicht nur Marken und Unternehmen, sondern auch politische und gesellschaftliche Institutionen über Kooperationen von der Reichweite der Influencer profitieren können.

Politik zwischen Selfies und Krawall

Schaut man sich die politischen Inhalte auf Youtube und Instagram an, so zeigen sich schnell, neben dem enormen Potential, auch die größten Probleme: Politische Inhalte müssen sich an die Erfordernisse der sozialen Medien anpassen, nicht andersherum. Die Gesetze von Youtube lassen sich besonders an dem bekannten Youtuber LeFloid darstellen, der in lauter, knalliger und plakativer Art und Weise sein Zielpublikum mit aktuellen Nachrichten und Meinungen versorgt. Instagram hingegen wirkt über schöne, inszenierte Bilder, die auch aus einer Fantasiewelt stammen könnten. In Zusammenhang mit politischen Inhalten wird das problematisch, wenn politische Inhalte eben nicht laut und knallig, sondern ernst, komplex und so gar nicht instagramable sind. Diese lassen sich über die sozialen Medien nur schwer darstellen und noch schwerer verkaufen.

Daraus ergibt sich ein weiteres Problem: Influencer sind selbst zu Marken geworden, die ein eigenes Image vertreten und in den sozialen Medien in einer bestimmten Art und Weise auftreten – mit der sie erfolgreich wurden und viel Geld verdienen. Die wenigsten werden bereit sein, ihren Stil dem politischen Inhalt anzupassen. So kommt es vor, dass ernste politische und gesellschaftliche Themen in Verbindung mit Modeshootings und Produktplatzierungen laufen und so an Ernsthaftigkeit und Komplexität verlieren. Dabei ist auch Authentizität ein wichtiges Stichwort: Der Inhalt muss zum Influencer passen. Wenn sich eine Instagrammerin, die sich vorrangig mit Lifestyle und Beauty beschäftigt, plötzlich mit komplexen gesellschaftlichen Themen beschäftigen soll, dann schadet das womöglich nicht nur ihr selbst, sondern auch dem Anliegen dahinter.

Auf die Mischung kommt es an

Die junge Zielgruppe findet sich nun mal im Internet, genauer gesagt in den sozialen Medien. Es ist daher richtig und wichtig, dass politische Inhalte Raum in den sozialen Medien finden und Influencer ihre Reichweite und ihren Einfluss nutzen, um ihr Publikum auch an gesellschaftliche und politische Fragen heranzuführen. In Mobilisierungskampagnen und in Teilen der politischen Bildung funktioniert dies auch schon sehr gut. Man darf nur nicht den Fehler machen und tiefgreifende komplexe politische Debatten erwarten. Dafür sind weder die Influencer, noch die Medien, in denen diese sich bewegen geeignet. Für kurzfristig hohe Aufmerksamkeit und eine Sensibilisierung des Publikums für bestimmte Themen genügen soziale Medien dennoch und auch das Mobilisierungspotential von Influencern ist nicht zu unterschätzen. Dabei gilt es auf die Besonderheiten des spezifischen Kanals zu achten und mit den Influencern Botschafter zu engagieren, die auf das Thema passen.

Bildquelle: pixaby.