Startseite Neulandquartier

Tags

#Alle
03 | 2026Paulina Seeligmüller

GEO statt SEO: Warum sich unsere Kommunikationsarbeit grundlegend verändert

<h1>GEO statt SEO: Warum sich unsere Kommunikationsarbeit grundlegend verändert </h1>

Die Art und Weise, wie Menschen Informationen suchen, verändert sich derzeit schneller als je zuvor. Für die Kommunikationsarbeit, insbesondere für anspruchsvolle Infrastrukturvorhaben, hat dieser Wandel tiefgreifende Folgen. Anstelle der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) rückt zunehmend die Generative Engine Optimization (GEO) in den Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass fundierte und geprüfte Projektinformationen die Menschen auch wirklich erreichen.

Wie sich die Suche im Internet verändert 

Während Google früher mit einer Liste blauer Links dominierte, liefern generative Sprachmodelle wie Perplexity, ChatGPT oder Gemini heute direkt im Tool eine zusammengefasste Antwort. Die Anzahl der privaten Nutzer generativer KIs in Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahren fast verdoppelt, wie eine Studie des TÜV Verbands zu diesem Thema zeigt: Im Jahr 2025 nutzten rund 65 Prozent der Befragten bereits diese Technologie.  

Die Folge ist, dass Nutzer seltener einzelne Webseiten besuchen, wie auch eine oft zitierte Analyse von Bloomberg zeigt. Das Problem dabei ist, dass KI-Systeme selbst entscheiden, welche Informationen sie für relevant halten, und diese anschließend paraphrasiert wiedergeben. Die Qualität der ausgegebenen Antworten hängt daher stark von der Qualität und Verständlichkeit der Inhalte ab, die sie im Netz finden.  

Mit der zunehmenden Nutzung KI-basierter Suchsysteme steigt somit auch das Risiko von FehlinterpretationenStudien zeigen, dass generative KIs in bestimmten Themenfeldern häufiger Fehler machen, besonders bei komplexen Sachverhalten und Nachrichten. Diese Fehlinformationen haben Auswirkungen auf das Vertrauen der Nutzerinnen und NutzerWenn eine KI falsche Inhalte ausgibt, sinkt das Vertrauen nicht nur in die KI selbst, sondern auch in die ursprüngliche, eigentlich seriöse Quelle, sobald dort dieselben Inhalte wieder auftauchen. 

Aber: Wenn die KI unvollständige oder fehlerhafte Informationen aufgreift, können diese Fehler auch schnell als „Wahrheit“ zirkulieren. Ein Beispiel: Wenn Menschen ein Infrastrukturprojekt in Perplexity, Gemini oder ein anderes KI-Tool suchen, sollten sie zuerst auf die Inhalte des Vorhabenträgers stoßen und nicht auf Gerüchte, Meinungen oder unvollständige Behauptungen.  

Aus diesem Grund reicht eine reine SEO-Strategie nicht mehr aus. Nur wer seine Inhalte GEO-optimiert aufbereitet, sorgt dafür, dass KI nicht die Lücken füllt, sondern Fakten findet, und zwar die richtigen. 

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass KI nicht zwangsläufig zwischen einem erfahrenen Projektträger und Einzelstimmen unterscheidet. Kommuniziert ein Projektgegner häufiger, einfacher oder klarer, kann das die KI-Ergebnisse beeinflussen. Daraus ergibt sich für uns eine kommunikative Verantwortung: Wir müssen die Informationshoheit unserer Kunden nun auch nach GEO-Vorgaben sichern, damit KI am Ende die Botschaften der Vorhabensträger findet.  

Welchen Einfluss hat das auf unseren Arbeitsalltag? 

Für uns als Kommunikationsagentur, insbesondere im Infrastrukturbereich, bedeutet der Wandel hin zu GEO, dass es nicht mehr ausreicht, Inhalte ausschließlich SEO-optimiert zu verfassen. Texte müssen zunehmend auch GEO-optimiert, also KI-gerecht, geschrieben sein. Das heißt konkret: Sie müssen klar strukturiert, fachlich belastbar und verständlich formuliert sein sowie so aufbereitet werden, dass KI-Systeme sie als verlässlich erkennen und in ihre Antworten einbeziehen können. 

Gleichzeitig verändert sich die Perspektive beim Schreiben. Texte müssen nicht nur gut formuliert sein, sondern auch konkrete Fragen beantworten, die von Betroffenen vor Ort tatsächlich gestellt werden. Welche Informationen werden gesucht? Welche Fragen würden Menschen zu einem Projekt bei ChatGPT oder Gemini eingeben? Diese Logik betrifft Pressemitteilungen ebenso wie Projektwebseiten, FAQs oder Hintergrundtexte. 

Gerade bei komplexen Themen wie Netzausbau, Energiewende oder Wärmeinfrastruktur ist es entscheidend, Inhalte so zu formulieren, dass sie nachvollziehbar erklären, einordnen und Orientierung geben – sowohl für Menschen als auch für KI-Systeme. 

GEO ist mehr als ein neuer Trend: Es ist die Voraussetzung dafür, dass Projekte im digitalen Raum umfänglich sichtbar werden. Nur wer aktiv kommuniziert, bestimmt mit, was KI über ein Projekt findet und was die Gesellschaft am Ende im Zweifel für wahr hält.